PRIVATBESITZ VON EXOTISCHEN TIEREN: POSITIVLISTE

Was ist eine Positivliste?

Eine Positivliste ist eine Liste von Tierarten, die als Haustiere geeignet und erlaubt sind. Arten, die nicht auf dieser Liste stehen, sind für eine Privathaltung automatisch verboten, oder nur unter ganz bestimmten Bedingungen oder mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt. Eine Positivliste ist ein leicht durchsetzbares Instrument, um die meisten der unerwünschten Folgen der Haltung und des Handels mit exotischen Tieren zu verhindern.


Das Problem

In Europa gibt es mehr als 200 Millionen Haustiere, von Säugetieren und Vögeln bis hin zu Reptilien, Fischen und Amphibien. Viele dieser Arten, insbesondere exotische Tiere, sind für die Haltung als Haustiere überhaupt nicht geeignet. Dies führt zu ernsthaften Tierschutzproblemen. Darüber hinaus kann sie eine Gefahr für die Umwelt und sogar für die Gesundheit von Menschen und anderen Tierarten darstellen. Die Haltung exotischer Tiere als Haustiere hat daher in den unterschiedlichsten Bereichen erhebliche negative Folgen.

AAP ist täglich mit den Problemen konfrontiert, die der Handel mit exotischen Tieren verursacht. Die Besitzer wollen ihr Haustier loswerden, weil die Anschaffung ein unbesonnener, impulsiver Kauf war, ohne sich vorher ausreichend informieren zu haben. Diese Situationen wiederum sind eine direkte Folge fehlender oder unvollständiger Gesetze und Vorschriften. Es ist eine Situation entstanden, in der die Nachfrage nach Unterbringungsmöglichkeiten strukturell deutlich höher liegt als die tatsächliche Kapazität der Rettungszentren. Seit 2010 bis heute (2019) [2020?] hat sich die Zahl der an AAP gerichteten Aufnahmeanträge verdreifacht.

Cervello uit Spanje

PositieflijstDIE LÖSUNG: POSITIVLISTEN

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Haltung und den Verkauf exotischer Haustiere in Europa zu regeln, aber eine Positivliste (auch bekannt als Erlaubnisliste) ist die effektivste. Angesichts der realen Risiken, die diese Arten für die Gesundheit von Menschen und anderen Tieren darstellen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass für möglichst viele EU-Länder eine Positivliste erstellt wird.

AAP und die Eurogroup for Animals arbeiten mit lokalen Partnern an der Kampagne "Think Positive!" zusammen, die sich für Positivlisten in ganz Europa einsetzt. Wir informieren Politik und Öffentlichkeit über die Notwendigkeit und den Nutzen einer Positivliste, bieten praktische Lösungen an und helfen bei deren Umsetzung.

Bei der Beurteilung der Frage, welche Tiere auf eine dauerhafte Positivliste gehören, sollten u.a. folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • Wohlergehen und Gesundheit des Tieres
  • Gefahr der Invasivität und anderer Schäden im Falle einer Entweichung oder Aussetzung.
  • Gefahr für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit
  • Risiken für den Artenschutz
  • Pflegekosten
  • Der Europäische Gerichtshof hat die Positivliste für ein rechtsgültiges Mittel zur Regelung des Handels mit exotischen Haustieren erklärt, sofern dies auf der Grundlage objektiver, nicht diskriminierender Kriterien geschieht.

    Bisher haben drei EU-Mitgliedstaaten, Belgien, die Niederlande und Luxemburg formell Positivlisten erstellt, und viele andere Ländern befinden sich in unterschiedlichen Phasen des Gesetzgebungsprozesses, um dieses Ziel ebenfalls zu erreichen. Die untenstehende Karte gibt genauere Auskunft über den Stand der Dinge pro Land.

Auf dem Weg zu immer mehr Positivlisten in Europa

Gesetzgebung in Bezug auf invasive und gebietsfremde Arten

Die Europäische Union ist dabei, die Gesetzgebung über invasive und gebietsfremde Arten abzuschließen. Tiere und Pflanzen mit einem hohen Risiko für Invasion und Bedrohung der biologischen Vielfalt werden in der EU bald nicht mehr erlaubt sein. Diese Gesetzgebung ist ein begrüßenswerter Schritt, da sie den Mitgliedstaaten, die an einer Positivliste für Haustiere arbeiten, die erforderlichen Informationen liefert, um Tierarten unter dem Aspekt der Invasivität zu beurteilen. Invasivität ist eines der Kriterien zur Beurteilung der Eignung von Tierarten als Haustiere.

Es ist nun klar, dass die Arten, die auf der EU-Liste der invasiven gebietsfremden Arten (also eigentlich eine Negativliste) stehen, in Zukunft nicht mehr als Haustiere gehandelt oder gehalten werden dürfen und daher niemals auf einer zukünftigen Positivliste stehen sollten. AAP begrüßt die Tatsache, dass die EU die Prävention als primären Ausgangspunkt nennt, denn Bekämpfungs- und Tötungsmaßnahmen sind unweigerlich mit viel Stress und Schmerzen für die Tiere verbunden. Prävention ist auch die Grundlage unserer Kampagne für die Erstellung von Positivlisten.