Mojo zum ersten Mal im Außengehege bei Stichting AAP


Aktuell - Neuigkeiten  |  Montag, 18. Juli 2011

Am 6. Juli war es endlich soweit. Schimpanse Mojo durfte zum ersten Mal nach seiner Quarantänezeit in sein Außengehege. Vorher hatte er 30 Jahre einsam in einer Garage in Belgien zugebracht. Im März befreite AAP, zusammen mit der belgischen Tierschutzorganisation GAIA, den Schimpansen aus der dunklen und extrem dreckigen Garage einer betagten Belgierin. Mojo saß dort jahrelang eingesperrt und viel zu dick, weil er hauptsächlich Junkfood vorgesetzt bekam. Bei AAP angekommen, wurde er direkt umgestellt auf eine Diät bestehend aus Obst und Gemüse, wodurch Mojo inzwischen schon 26 Kilo leichter geworden ist und sich immer mehr wie ein Affe verhält.

Mojo im Aussengehege Als Mojo zu AAP kam wog er 111 Kilo, was ungefähr zweimal soviel ist wie ein normaler erwachsener Schimpanse. Auch seine Zähne sind beinahe komplett verrottet, da er hauptsächlich Essen bekam, welches für ihn nicht geeignet war wie z.B. Sahnetorte, Alkohol, Kaffee mit viel Zucker und Nudeln. Es war für die Pfleger der Quarantäne nicht einfach, Mojo dazu zu bringen, Obst und Gemüse zu essen. Mojo mochte am Anfang ausschließlich süße Früchte, Tomaten und Möhren. Inzwischen ist die Auswahl für sein Futter größer geworden: er isst jetzt auch Spinat und anderes Gemüse. Er hat stark abgenommen und ist viel beweglicher geworden. Da er jetzt auch nach draußen darf, erwarten die Pfleger, dass er schnell sein Idealgewicht (ca. 70 - 75 Kilo) erreichen wird. Dann kann auch endlich die so dringend notwendige zahnärztliche Behandlung stattfinden. Momentan ist dies noch nicht möglich, weil Mojo noch zu schwer ist.

Mojo ist wahrscheinlich als kleines Affenbaby seiner Mutter weggenommen worden und hat seither nie mehr mit anderen Affen zusammengelebt. Er weiß darum auch nicht, wie man sich als echter Schimpanse zu verhalten hat. Während der Quarantänezeit hörte er wohl zum ersten Mal Artgenossen, konnte diese bisher aber noch nicht sehen. AAP probiert Mojo so schnell wie möglich in eine Schimpansen Gruppe zu integrieren, aber jetzt soll er sich erst einmal an sein Außengehege gewöhnen.

David van Gennep, Direktor von AAP: "AAP hat, zusammen mit GAIA und einer belgischen Tierfreundin, 3 Jahre lang versucht, Mojo aus der Garage zu befreien. Wir erschraken uns sehr als wir ihn zum ersten Mal sahen: er war viel zu dick und lebte zwischen vergammelten Essensresten. Jetzt ist Mojo ein freundlicher und neugieriger Schimpanse, der noch eine schöne und gesunde Zukunft vor sich hat. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn das Tier noch länger in der Garage hätte leben müssen oder dass die Frau ihn mit in ihr Grab genommen hätte. Das war nämlich ihr Wunsch: eine Spritze für Mojo nach ihrem Tod."

AAP hat viel Erfahrung mit der Rehabilitation von Schimpansen. 2008 kam Schimpansen Dame Fiffy, 28 Jahre lang in einem Käfig auf dem Dachboden ihres französischen Besitzers lebend, zu AAP; sie wog zu dem Zeitpunkt 85 Kilo. Inzwischen ist Fiffy eine glückliche und schlanke Schimpansen Dame, die die Aufmerksamkeit der 3 anderen männlichen Schimpansen, die mit ihr im Gehege leben, genießt. AAP ist glücklich, dass Mojo die gleiche Chance bekommt als Fiffy und die vielen anderen Tiere, die bei AAP versorgt und rehabilitiert werden.