Lässt die Politik die Exoten im Regen stehen? |
|
Am Mittwoch, den 16 Februar, nimmt AAP in Almere vier Ginsterkatzen auch Genetten genannt – auf. Diese kleinen Raubtiere wurden von den deutschen Behörden bei einem privaten Halter beschlagnahmt. Die von Natur nachtaktiven Einzelgänger fristeten ihr Leben in einem improvisierten Käfig in einem Keller und durften nur im Sommer nach draußen in einen Hundezwinger. Sie zeigten abnormales Verhalten und ihr Wohl war derart angegriffen, dass die Behörden eingriffen. In den Niederlanden ist es legal, Ginsterkatzen und viele andere exotische Tiere zu halten. Stiftung AAP wird täglich mit den Problemen konfrontiert, die dies bei Mensch und Tier verursacht und richtet einen dringenden Appell an Staatssekretär Henk Bleker, schnell eine Positivliste zu erstellen.
PositivlisteIn den Niederlanden wird schon seit langer Zeit eine Diskussion darüber geführt, welche (exotischen) Tierarten als Haustier geeignet sind oder nicht. Bereits 1992 wurde das Gesetz zur Gesundheit und zum Wohl von Tieren (GWWD) angenommen, welches besagt, dass nur die von den Behörden angezeigten Tiere als Haustier gehalten werden dürfen. Alle anderen Arten wären somit automatisch von der Haltung ausgeschlossen. Die Erstellung dieser sogenannten Positivliste lässt jedoch bis heute auf sich warten. Die Lage verschlimmert sichSeit der Annahme des GWWD-Gesetzes im Jahre 1992 scheint das EL&I *) Ministerium nicht in der Lage zu sein, eine endgültige Positivliste festzustellen. Auf Ersuchen des Rates für Tierangelegenheiten setzte sich AAP deshalb in der Vergangenheit aktiv dafür ein, zu einer Positivliste zu gelangen, die mit einer breiten Akzeptanz rechnen konnte, die jedoch – trotz vieler Anträge an das Parlament – nie eingeführt wurde. Die Auffangzentren warten schon fast 20 Jahre lang auf entsprechende Gesetzgebung und kämpfen ständig mit Wartelisten. Auch in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien werden viele exotische Tiere unter erbärmlichen Umständen gehalten mit den daraus erwachsenden Risiken für Mensch und Tier. Nur Belgien und Österreich haben eindeutige und zweckmäßige Regeln erstellt, wobei Belgien eine sehr praktikable Positivliste mit 42 Säugetieren hat. Auf dieser Liste findet man die Ginsterkatze übrigens nicht. GinsterkatzenGinsterkatzen sind solitär lebende, nachtaktive Tiere, welche in waldreichen Gebieten in großen Teilen Afrikas und Südwesteuropas leben. Diese Tiere brauchen viel Platz – die oft knapp bemessene Behausung bei Privatpersonen verursacht Verhaltensprobleme. Ginsterkatzen, die in den Niederlanden gehandelt werden, stammen oft aus dem Fang in freier Wildbahn. Das Pflanzen- und Tierschutzgesetz enthält zwar ein Verbot, Tiere aus freiem Wildfang einzuführen, dies ist jedoch nie wirksam geworden. Die vier Tiere, die nun zu AAP kommen, gehören zu zwei verschieden Unterarten. Der Eigentümer kaufte die Tiere auf einer deutschen Tierbörse – hier machen auch viele niederländische Händler und Käufer ihre Schnäppchen.
|